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Gaétan (Schulleiter aus Kanada/Quebec, im Ruhestand, 61 Jahre), Nicolas (leitender Angestellter aus Belgien, 34 Jahre), Emmanuel-François (Koch aus Frankreich, 40 Jahre) und Eric (Immobilienmakler aus der Schweiz, 46 Jahre) scheinen auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten zu haben. Sie gleichen sich nicht, haben nicht dasselbe Alter und stammen aus verschiedenen Ländern. Einige sind ledig, andere Familienvater, einer von ihnen sogar schon Grossvater. Sie fühlen sich wohl in ihrer Haut und üben einen ganz gewöhnlichen Beruf aus.
Das Einzige, was sie verbindet, ist, dass sie den Wunsch verspüren, über ihre Männlichkeit nachzudenken, sie zu verstehen und darüber zu reden. Deshalb haben sie sich einer Gruppe von 13 Männern angeschlossen, die zu Fuss in die Wüste zog. 15 Tage verbrachten sie im Grossen Östlichen Erg, der zur tunesischen Sahara zählt, um sich vor der Kamera von François Kohler ein Herz zu fassen und Rede und Antwort zu stehen.
Das eigentlich Interessante an diesem Reisefilmdokument ist die Originalität und Natürlichkeit, mit der diese Männer von Familie, Vaterrolle, Frauen- und Mutterbeziehungen, Sexualität, Autorität, Aggressivität, Angst und Konkurrenz sprechen. Diese Offenheit räumt auf mit alten Denkweisen, und die Tragweite dieser Themen dürfte mit Sicherheit auch das weibliche Publikum ansprechen.
Ausgangspunkt dieser Wüstenreise waren die vielfältigen Überlegungen in den letzten Jahren zur gesellschaftlichen Rolle des Mannes, die nach der feministischen Bewegung und der starken weiblichen Prägung der sozialen Verhaltensweisen eine andere zu sein scheint. Dabei klang auch die Stimme des kanadischen Psychoanalytikers Guy Corneau mit, Autor des Bestsellers „Abwesende Väter, verlorene Söhne“ und Anfang der 90er Jahre Initiator der Männerbewegung „Réseau Hommes Québec“.
Der Dokumentarfilm Le souffle du désert, für den der Regisseur François Kohler dreieinhalb Jahre benötigte, stellt gleichermassen eine persönliche Schaffensperiode, einen gruppendynamischen Reisebericht und ein Stück Filmkunst dar, gedreht von Denis Jutzeler und Camille Cottagnoud.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Arzt und Psychotherapeuten Alexis Burger aus Lausanne, der die Teilnehmer bei dieser Trekkingreise thematisch auf Kurs hielt.
Der Film ist zudem das Ergebnis einer internationalen Partnerschaft unter der Leitung von Heinz Dill und Xavier Grin, zwei westschweizerischer Produzenten, die für XL Production pour Film & Télévision arbeiten, in einer Koproduktion mit dem Office national du film du Canada, TSR, SSR/SRG Idée Suisse, Arte GEIE und Instant Film.
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